| Auf großer Fahrt - die ultimativsten Reiseberichte |
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In loser Reihenfolge werden wir an dieser Stelle sensationelle, phantastische, hypercoole Reiseberichte sozusagen als Tipps für die zukünftlichen Urlaubspläne unserer Leser veröffentlichen. Den Anfang macht Sir Roland Garros, ein unmittelbarer Nachkomme einiger berühmter französischer Könige, wie zum Beispiel, ähem, naja, ist ja auch egal. Er begab sich in Begleitung einer charmanten jungen Frau in das Heimatland seiner Vorfahren, genauer gesagt ins Tal der Loire, ins Tal der schönsten Schlösser der Welt. Lest hier, was dem Sir dort widerfuhr.
Die Schlösser der Loire - zu schön für diese Welt (aber lecker...)Von SIR ROLAND GARROS Da ja bekanntlich die meisten meiner Vorfahren Franzosen und noch dazu adelig und Besitzer etlicher Schlösser und Mätressen waren, dachte ich mir, Mensch Sir, das musst du doch auch mal sehen. Also schnappte ich mir stehenden Fußes meine Geliebte und machte mich auf den Weg ins Land der militanten Zigaretten-ohne-Filter-Raucher, ins Land der großartigen Liebhaber und wunderbarsten Frauen der Welt, ins Land der Audrey Tautous und Sophie Marceaus, ins Land der köstlichen Baguettes und so weiter. Nach einer erstaunlich glatt verlaufenen Anreise per Automobil erhaschten wir nachmittags gegen 16 Uhr nach behender Durchquerung von Paris schnell noch einen Blick auf Verseilles, einer lustigen kleinen Schlossanlage, in der andauernd wichtige Schriftstücke unterschrieben wurden. Zum Aussteigen konnten wir uns nicht durchringen, da wir noch ein Quartier für die erste Nacht benötigten. Doch so einfach war das alles nicht. Der Franzose an sich scheint sehr oft nur so aus Spaß in Hotels und sonstigen Herbergsunternehmen zu nächtigen, weshalb genau diese im Großraum Paris alle komplett ausgebucht waren. Da standen wir Touristen nun wie die Ölgötter und fuhren noch um 20 Uhr wirr durch die Gegend. Irgendwann landeten wir in St. Leger sowieso, wo uns ein urgemütlich wirkendes Landhotel sofort mit der Tür ins Auge fiel. Und kaum zu glauben: Die hatten noch ein Zimmer frei!! Der Sir war schon arg genervt, seine attraktive Begleiterin nicht minder (ihr war schon etwas das Makeup verrutscht). So waren wir froh über das Zimmer mit Doppelbett - und Toilette praktisch auch mitten im Zimmer. Den Sir macht es normalerwiese etwas nervös, wenn nur wenige Zentimeter neben seinem Kopf jemand abzieht, diesmal war es fast egal. Da der Franzose an sich gern irgendwie verkehrt rum im Bett schläft, mussten wir das auch tun. Es ging erheblich bergab, weshalb ein Schlafen in für uns normaler Position unmöglich war. Nun gut, war ja ansonsten alles schick und gemütlich. Und das Frühstück war der Hammer: Lecker, wunderbar knuspriges Baguette bis zum Abwinken, mindestens drei verschiedene Marmeladen, lustige Hörnchen, die der Franzose Croissants nennt, und sogar Kaffee. Der schmeckte allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Welch ein herrliches Land, dieses Land meiner Ahnen !!!! Im strömenden Regen machten wir uns im immer noch gut funktionierenden Automobil (eine französische Marke) auf gen Tal der Loire, nicht ohne einen Abstecher nach Orleans zu unternehmen. Chartres lag zwar auch auf dem Weg, aber der Sir hatte darüber kaum Informationen, und auch das gute Zureden seiner hübschen und klugen Begleiterin nutzte nichts. Nein, da wollte der Sir nicht hin. Im Nachhinein sicherlich eine doofe Entscheidung, denn die Kathedrale dort sollte man wohl schon mal gesehen haben. Orleans (im immer noch strömenden Regen) war auch nicht so schlecht, aber ich glaube, Chartres wäre besser gewesen. Ohne Probleme erreichten wir am Nachmittag Blois, unsere erste Station, die exakt an der Loire lag bzw. immer noch liegt. In weiser Voraussicht hatten wir (genauer gesagt meine glücklicherweise französisch sprechende Begleiterin) telefonisch ein Zimmer mit TV in einem zentral gelegenen Hotel reserviert. TV war wichtig, denn wir wollten zwei Nächte bleiben, und der Sir musste unbedingt am nächsten Tag ein immens wichtiges Fußballspiel live sehen. Nun gut. Kaum angekommen, ging es auch schon hopp in Richtung des ersten Schlosses: Chambord, die Mutter aller Schlösser dieser Welt, sage ich mal so. Das Wort "groß" als Beschreibung dieses Gebäudes wäre doch ein wenig untertrieben. Eindrucksvoll, ja, gigantisch, so sollte man es nennen. Schade, dass es gerade regnete. Ich weiß nicht, welcher Teufel uns nun wieder ritt, aber wir gingen nicht dort hinein, sondern ergötzten uns lediglich an seiner äußeren Schönheit. Ganz im Ernst: Chambord muss man einfach mal gesehen haben, um nicht verstehen zu können, wie man so etwas im späten Mittelalter bzw. im Zeitalter der Renaissance (16. JH) überhaupt bauen konnte. Das hat sicherlich mehr als acht oder elf Zimmer !!! Da konnten auch schon mal 14 oder 23 Betthäschen des legendären Ludwig XIV. gleichzeitig nächtigen, ohne dass sie sich überhaupt über den Weg liefen. Sensationell !! Der Erfinder und geistige Architekt Chambords war Franz I., der ständig von den Pferden fiel und angeblich nur höchstens 40 Tage auf diesem Schloss verbringen konnte, ehe er von Dannen ging. Da hat er gewiss was verpasst, der Gute. Unter erheblichem Eindruck dieses Schlosses stehend lustwandelte ich mit meiner Lieben des abends durch Blois und an der Loire entlang. Es regnete nun nicht mehr. Blois hat natürlich auch ein Schloss, und zwar bestückt mit architektonischen Besonderheiten, die der Interessierte dann doch selbst herausfinden sollte. Viel wichtiger: In der Rue du Foix hat sich ein exquisites Fischrestaurant angesiedelt, das den für einen Nichtfranzosen schier unaussprechlichen Namen "Au Rendez-vous des Pêcheurs" trägt. Aber lecker ist es da !!! Und etwas teuer, aber das ist es in Frankreich ja generell (kleine Warnung am Rande...). In der Gasse riecht es allerdings etwas streng. Von Blois aus erreicht man locker ein Dutzend weiterer Schlösser, von denen wir Cheverny, Montrichard, Beauregard und Chaumont mit seinen großartigen Gärten (da wollte der Sir auch nicht rein) besuchten. Am nächsten Abend war der Sir nicht so gut gelaunt, weil das doofe Fußballspiel nicht nach seiner Fassong verlief. Dafür waren die drei Flaschen Rotwein lecker, die wir uns zur Anhebung der Stimmung mit aufs Zimmer genommen hatten. Wir schliefen wieder rückwärts, verhedderten uns in diesen seltsamen Bettdecken, die meiner Meinung nach alle aus einem Militär-Fundus stammen müssen, und duschten wieder in dieser Dusche, aus der pro Minute mindestens 80 bis 100 cl Wasser sprudelte. Zum Frühstück gab es jeweils lecker Baguette mit ein paar Marmeladen und gewöhnungsbedürftigem Kaffee, dazu eine lustlose Scheibe Käse aus der Schweiz. Gegessen wird das alles nicht auf einem Teller, sondern auf einer Serviette. Der Franzose an sich hat wirklich ein paar seltsame Vorlieben... Fortsetzung folgt.....
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